04.03.2026

Wien: Junges Team startet Krawall Bar

Die neue, dreistöckige Cocktailbar bringt frischen Wind in die Wiener Zollergasse.

Krawall-Team
Krawall-Team © Krawall Bar

Junge Menschen, die dieser Tage in der Gastronomie Fuß fassen möchten, starten oft mit Pop-Ups. So kann am Konzept gefeilt werden, außerdem zeigt sich unmittelbar die Nachfrage der Gäste. Marvin Felsperger und Adrian Zach sind langjährige Freunde mit derselben Vision, was sie im vergangenen Jahr dazu bewegte, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Der Unterschied: Ihr Lokal hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits, allerdings bedurfte es einer intensiven Renovierung. Während also wechselnd Bars bespielt wurden, arbeiteten Felsperger und Zach an der Eröffnung ihrer Krawall Bar, dem „Erdloch“, wie sie es zu Umbauzeiten witzelnd betitelten. Zuvor war in der Zollergasse 5 nämlich ein Friseur im Erdgeschoss aktiv, die zwei darunterliegenden Stockwerke lagen brach. Seit Februar 2026, neun Monate nach Baustellen-Start, läuft mittlerweile das Soft Opening. Mit großem Ansturm, nach wie vor unermesslicher Motivation und ständig neuen Erkenntnissen zum Selbstständigsein.

Cocktailbar auf drei Stockwerken

„Wir arbeiten gerade seit Wochen jeden Tag“, erzählt Marvin Felsperger im Gespräch mit Gault&Millau. „Wir verknechten uns für unseren eigenen Laden, aber es macht Spaß.“ Überschaubar kann die Krawall Bar größentechnisch nicht genannt werden, immerhin bewirtschaften die Gastronomen drei Stockwerke. Um beim Service alles im Blick zu behalten, nutzen sie Headsets – eine Praxis, die im Ausland weit verbreitet ist und die sie angesichts des Ansturms brauchen, wie Felsperger anmerkt. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir jeden Tag voll sind. Wir werden komplett zerlegt, aber auf die gute Art und Weise.“ Dankbar sind die Betreiber insbesondere für ihr Team, das konzeptionell mitgestalten darf und auch soll. So kommt es, dass auch nach der Schicht um 4 Uhr nachts noch zusammengesessen, geplaudert und an neuen Drinks gefeilt wird.

Galerie

Krawall-Betreiber Marvin Felsperger und Adrian Zach
Krawall-Betreiber Marvin Felsperger und Adrian Zach © Krawall Bar
© Krawall Bar
© Krawall Bar
© Krawall Bar

Knallrotes Klo und Community-Gefühl

Was genau der Grund dafür ist, warum derzeit ein Großteil der unter 30-jährigen Wiener:innen die Krawall Bar aufsuchen? Marvin Felsperger zuckt mit den Schultern. „Die Leute lieben das, wenn sie online mitverfolgen können, wie etwas organisch wächst“, sagt er und spielt auf den regen Instagram-Auftritt an. „Wir filmen und fotografieren spontan mit. Zum Beispiel wie wir das Klo selbst komplett rot gemalt haben. Das ist einfach lustig.“

Die Gäste sollen sich als Teil einer Community fühlen, eine gute Zeit haben und dabei kein Vermögen ausgeben. „Uns ist wichtig, dass man es sich leisten kann, öfters trinken zu gehen“, sagt der Kärntner. Das Bier (0,4 Liter) gibt es für 3,80 Euro, die Cocktails beginnen bei 12,50 Euro. Zur Auswahl steht etwa „Globuli“ mit Whisky, Ingwer und fermentierten Heidelbeeren, „Yappresso Martini“ mit Vodka, Armagnac und Miso und „Rheingold Margarita“ mit Tequila, Mirabelle und Koriander. Dazu gibt es eine Deli-Karte mit gefüllten Sauerteig-Toasts, Oliven und mehr.

„Wenn ich jetzt in meinem Alter nicht motiviert bin, bin ich in der falschen Branche. Besser wird es nicht.“ Nachdem das Soft Opening ausgelaufen ist, sollen weitere Pop-Ups und Projekte wie ein Kräutergarten im Innenhof kommen. Bis dahin freuen sich Zach und Felsperger aber vor allem auf einen freien Tag pro Woche. „Derzeit bin ich nur noch in meinem Bett oder hier.“

Krawall Bar

von Derya Metzler

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