29.10.2026
Fotos: Hubert und Verena Koller sind so viel mehr als nur Hoteliers. Eine Reportage aus dem ikonischen Kollers Hotel.

Gastgeber Hubert Koller erzählt uns von der rund 150 Jahre alten Geschichte des Refugiums in Seeboden. Ursprung des Resorts war eine von einer Adelsfamilie errichtete Villa, die als Sommerresidenz diente. Deren Grundmauern sind zwar noch vorhanden, aber darum herum ist eine der schönsten Hotel-Geschichten Österreichs entstanden. Wie bei vielen Herbergen war ein in den 1970er-Jahren errichtetes Hallenbad die Basis für eine spätere Spezialisierung als Wellnesshotel. Was das Kollers Hotel aber so besonders macht, sind die Gastgeber Verena und Hubert Koller. Beide vereint nicht nur die bedingungslose Leidenschaft für ihr Tun, sie sind auch ganz vernarrt in den Millstätter See und den zahlreichen Möglichkeiten, ihn zu genießen.
“Es geht auch darum, dem See und der Region etwas zurückzugeben”, bringt uns Hubert Koller seine Philosophie näher. Dabei denkt er zuerst an seine Flotte, die er über die Jahre aufgebaut hat. Jüngster Zuwachs ist die POTO, die vor über 100 Jahren als eines der ersten Linienschiffe am Millstätter See in Betrieb genommen wurde. Es war bereits in Vergessenheit geraten und halb verfallen, als er es in einem Bootshaus wiederentdeckte. Was ursprünglich als Verkehrsmittel für bis zu 75 Personen konzipiert war, ist nun ein auf Hochglanz poliertes Juwel mit edler Mahagoni- und Messing Ausstattung. Bei einem Schiffsbauer in Monfalcone wurde der Oldtimer völlig neu gestaltet und zu einem Geschenk für alle Schifffahrtsnostalgiker gemacht. Man kann die POTO für romantische Dinners buchen, das Kollers-Team bringt die Gäste an eine ruhige Stelle des Sees, stellt kulinarische Versorgung auf höchstem Niveau sicher und verlässt das Schiff diskret für mehrere Stunden.




Die Kollersche Flotte umfasst zudem MS KOLLERs Swan, auch ein ehemaliges Linienschiff, das ab 1962 etwa 50 Jahre lang den See kreuzte. Es war schon nahe an der Verschrottung, als Hubert Koller es rettete und zu einem wunderschönen See-Kreuzer umbauen ließ. Bei exklusiven Seerundfahrten ist er am liebsten selbst der Kapitän. Und wenn es gerade nicht gebraucht wird, liegt es am Steg vor dem Hotel und wird von Hotelgästen als Rückzugsort genützt, das Oberdeck bietet wohl den schönsten Ausblick auf den See, den man bekommen kann.
Und das ist noch lange nicht alles, eigentlich sind es nur die Flaggschiffe. Die Kollers verfügen auch über mehrere Motorboote, mit denen sie u.a. Wasserski anbieten, dazu kommen Segelboote, Ruderboote, Elektroboote, Tretboote und Stand Up Paddle Boards. Hubert Koller ist aber nicht nur am Wasser als Kapitän in seinem Element, er ist es auch im und unter Wasser. Egal wie kalt der See ist, er geht so gut wie jeden Tag im Jahr darin schwimmen. Einmal sogar über die gesamte Länge hin & retour, das sind immerhin 11,5 Kilometer in eine Richtung. Mit 141 Metern ist der Millstätter See der tiefste und wasserreichste See Kärntens und somit ein Dorado für passionierte Taucher wie den Hotelchef.
Wie praktisch diese Leidenschaft sein kann, bewies der vielseitige Gastgeber bei einer Ausfahrt mit MS KOLLERs Swan mit Journalisten vor einem Jahr. Koller war als Kapitän selbst am Steuer, als sich die Schiffsschraube mit einem Fischernetz verhedderte und das Schiff manövrierunfähig machte. Er bat seinen Sohn Johannes kurzerhand um seine Tauchausrüstung, dieser brachte sie per Motorboot rasch vorbei. In James Bond Manier tauschte Koller die Kapitänsuniform mit der Taucherausrüstung und befreite die Schiffsschraube von dem Fischernetz. Apropos: Die Reinanken aus dem Millstättersee sind eine Spezialität von Küchenchef Martin Wieser, der schon seit 19 Jahren im Hotel arbeitet.
Die Küche im Kollers Hotel ist in besten Händen, die Abendmenüs sind vielseitig, finessenreich und ausgewogen. Unter der Leitung von Wieser funktioniert das Timing auch bei Vollbelegung reibungslos und wird von einem anspruchsvollen Buffet für Salate und insbesondere einer herausragenden Käseauswahl begleitet. Besonders erwähnen muss man die eigene hochwertige Eisproduktion auf Basis von Bio-Heumilch, ohne Farb- und Zusatzstoffe.




Wir durften die Annehmlichkeiten des Kollers Hotel sowie die zahlreichen Möglichkeiten rundum bei einer Pressereise im Herbst erleben. Neben den Bootsfahrten zählen authentische Märkte, der wunderschöne Golfplatz und Wanderungen über die wildromantischen Nockberge zu den Höhepunkten. Ein absolutes Must ist eine Einkehr in der Alexander-Hütte, die einen der privilegiertesten Ausblicke auf den Millstätter See bietet. Im Winter kehrt um den See Ruhe ein und der Wellness-Bereich wird noch einmal attraktiver. Das Skigebiet Goldeck ist binnen zehn Minuten mittels Skibus erreichbar, zum Katschberg braucht es etwa eine halbe Stunde. Richtige Entschleunigung bietet eine Schneeschuhwanderung über die Berge mit Blick auf den See.
Das Hotel ist über die Jahre gewachsen und bietet für seine Gäste zahlreiche Rückzugsorte, vom erwähnten MS KOLLERs Swan, über verschiedene Holzterrassen, Wiesenplätzen unter Apfelbäumen bis hin zu mehreren Ruheräumen im modernen Wellnessareal. Ein Höhepunkt ist das beheizte Becken direkt im See, das besonders in der kühlen Jahreszeit den krönenden Abschluss einer Sauna-Einheit bildet. Besonders erwähnt werden muss auch die neue Bootshaus-Suite Riva. Die private Terrasse und die großen Fensterfronten verstärken das “Direkt-am-See”-Gefühl, die geschmackvolle Innenarchitektur erinnert an eine mondäne Yacht und ein offener Kamin sowie eine Dusche mit Dampfbad bringen unvergleichliche Behaglichkeit.
Dass die gewachsenen Strukturen als harmonische Einheit wahrgenommen werden, dafür ist Gastgeberin Verena Koller hauptverantwortlich. Sie hat nicht nur das Gesamtbild maßgeblich entwickelt, sie sorgt auch für den Garten und immer frische Blumendeko auf einem Niveau, wie es sich nur noch wenige Hotels leisten. Von ihrem Handy aus steuert sie nicht nur die atmosphärische Beleuchtung, sondern auch die Playlist für Party-Momente an der Bar. Gastgeber wie Hubert und Verena Koller machen die Hotellerie in Österreich so besonders, denn auch die schönsten Häuser wären nur seelenlose Hüllen, wenn keine Persönlichkeiten dahinter stünden.
von Bernhard Degen












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