03.03.2025

Trauer um Klaus Wagner

Mit dem Patron des Landhaus Bacher ist eine Ikone der österreichischen Gastronomie von uns gegangen.

Klaus Wagner
Klaus Wagner © Privat

Er war einer der ganz Großen in der Geschichte der heimischen Spitzen-Kulinarik. Über 50 Jahre lang war er als Gastgeber stets an vorderster Front des Landhaus Bacher in Mautern in der Wachau zu finden. Gemeinsam mit seiner großen Liebe war er Wegbereiter der Haubengastronomie in Österreich. Während Lisl Wagner-Bacher im Jahr 1983 von Gault&Millau zur ersten Köchin des Jahres gekürt wurde, baute Klaus Wagner eine der legendärsten Weinkeller des Landes auf. 

Klaus Wagner hatte Ingenieurswesen studiert, doch sein Ausbildungs-Know-How kam beruflich nie zum Einsatz. „Wenn du mich nimmst, heiratest du einen Betrieb“, hatte Lisl Wagner-Bacher gesagt, als sie sich im Jahr 1973 kennen lernten. Genauso war es schließlich auch, bis zuletzt war Klaus Wagner mit dem Landhaus Bacher ebenso verheiratet wie mit der begnadeten Köchin. Klaus übernahm mit jungen Jahren die Rolle des Patrons, Gastgebers, Servicechefs und Chefsommeliers im Restaurant Bacher, damals noch ohne Landhaus.

Klaus berief die Weinfreund*innen des Landes immer wieder zu Weindinners zum Thema Wachau und Bordeaux ein. Viele machten damals zum ersten Mal Bekanntschaft mit den großen Gewächsen, die bis Mitte der neunziger Jahre auch bezahlbar waren, bevor die Preise explodierten. Klaus war ein kluger Weinsammler, er kaufte nie die ersten Gewächse, sondern, wie er betonte, die zweiten oder dritten, die oft von ähnlicher Qualität waren wie die ersten. Einer seiner Favoriten: Chateau Pichon Longueville Comtesse de Lalande. Eine Freude an höheren Alkoholgraden konnte man ihm nie absprechen. Was nicht 13% Volumenprozente und mehr hatte, bezeichnete er salopp als „Lausbubenweine“.

Martina Hohenlohe erinnert sich

Als ich vor mittlerweile 30 Jahren beim Kurier über Essen und Trinken zu schreiben begann, hatte ich einen Art Antrittsbesuch im Landhaus Bacher. Klaus Wagner, der Zeit seines Lebens hinter seiner Lisl stand, aber keineswegs in ihrem Schatten, ergriff die Gelegenheit und führte mich in die Welt des Bordeauxs ein. Ich gestehe, ich verstand nicht einmal die Hälfte von dem, was er versuchte, mir näher zu bringen, aber ich werde diesen eindrucksvollen Monolog nie vergessen. Ich fand schon damals nicht nur sein Wissen über Wein beeindruckend, sondern vor allem seine Leidenschaft.

Wir behalten Klaus Wagner als Respektsperson der alten Schule in Erinnerung. Hinter seiner rauen Schale verbarg sich aber ein liebevoller Ehemann, Vater und Großvater. Die letzten Wochen verbrachte er, liebevoll umsorgt von seiner Lisl und den beiden Töchtern in seinem Haus, nur ein paar Schritte vom Restaurant entfernt. Vergangenen Samstag ist Klaus in Anwesenheit seiner Familie sanft und ruhig eingeschlafen. Unser ganzes Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde ebendieser Familie: Seiner Witwe Lisl-Wagner Bacher, seinen Kindern und Enkelkindern. 

von Bernhard Degen und Martina Hohenlohe

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