08.10.2026
Peter Kogler ist einer der bedeutendsten österreichischen Gegenwartskünstler und seine Kunst ziert die diesjährige Restauranturkunde.

Als Gault&Millau im Jahr 2016 beschloss, die traditionelle Restauranturkunde neu zu denken, war das mehr als eine grafische Spielerei. Die Herausgeber:innen Martina und Karl Hohenlohe wollten die Auszeichnung selbst zu einem Kunstwerk machen. Schließlich verbindet Spitzenküche und große Kunst weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte: Beide verlangen Talent, Präzision, Fantasie und den Mut, neue Wege zu gehen. Seither gestaltet jedes Jahr eine herausragende Künstlerpersönlichkeit die Gault&Millau-Urkunde.
Eine beeindruckende Sammlung österreichischer Kunstgeschichte: Vom Phantastischen Realismus Arik Brauers über die expressive Malerei Hubert Scheibls, die Körperwelten Maria Lassnigs, die Skulpturen Franz Wests bis zu den alpinen Ikonen Alfons Waldes – jede Urkunde erzählt ihre eigene Geschichte und trägt die Handschrift international bedeutender Künstler:innen.
Mit Peter Kogler konnte Gault&Millau für 2027 einen der bedeutendsten österreichischen Gegenwartskünstler gewinnen. Der 1959 in Innsbruck geborene Medienkünstler gilt weltweit als Pionier der computergenerierten Kunst und hat die Verbindung von Architektur, Grafik und digitalen Medien entscheidend geprägt. Bereits seit den 1980er-Jahren entwickelt er Bildwelten, die Räume vollständig verwandeln und den Betrachter in künstliche Universen eintauchen lassen. Seine unverwechselbaren Motive – Ameisen, Gehirne, Röhrensysteme oder endlose Liniengeflechte – sind längst zu seinem Markenzeichen geworden. Sie stehen für Kommunikation, Netzwerke und die Komplexität unserer modernen Welt. Aus einfachen grafischen Elementen entstehen hypnotische Räume, in denen sich Wahrnehmung und Wirklichkeit scheinbar auflösen.
International gehört Peter Kogler seit Jahrzehnten zur ersten Liga der Gegenwartskunst. Seine Werke waren mehrfach auf der Biennale von Venedig und der documenta in Kassel zu sehen. Ausstellungen führten ihn unter anderem ins Museum of Modern Art (MoMA) in New York, ins Centre Pompidou in Paris, ins MUMOK in Wien, nach Shanghai, Brüssel, Genf, Zagreb und in zahlreiche weitere internationale Museen. Noch 2025 widmete ihm das Lehmbruck Museum in Duisburg eine große Einzelausstellung.
Bemerkenswert ist, dass Kogler nie den traditionellen Weg des Malers verlassen oder fortgesetzt hat – vielmehr hat er eine völlig neue Bildsprache geschaffen. Seine Arbeiten verbinden Kunst, Design, Architektur, Computertechnik und Raumgestaltung zu einem Gesamterlebnis. Gerade deshalb passt seine Arbeit so hervorragend zur modernen Spitzengastronomie, die heute ebenfalls weit über das bloße Kochen hinausgeht und Atmosphäre, Inszenierung und Erlebnis miteinander verbindet. Dass ausgerechnet Kogler die Gault&Millau-Urkunde 2027 gestaltet, ist daher kein Zufall. Seine Kunst beschäftigt sich mit Bewegung, Veränderung und neuen Perspektiven – Eigenschaften, die auch die besten Köchinnen und Köche antreiben. Die Urkunde wird damit nicht nur zur Auszeichnung hervorragender Leistungen, sondern selbst zu einem Werk zeitgenössischer österreichischer Kunst. Denn große Küche beginnt im Kopf – genau wie große Kunst.
Wir danken Peter Kogler sehr herzlich für seine Unterstützung und sein gewissenhaftes Engagement bei der Ausgestaltung dieser ganz besonderen Gault&Millau-Urkunde.

(Redaktion)












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