29.09.2026

Theresa Kilga startet „sowas wie eine Bäckerei“

Noch bevor das Salzburger Paradoxon im Frühjahr 2027 schließt, wird dort künftig jeden Samstag frisch gebacken.

Theresa Kilga in ihrer Backstube
Theresa Kilga in ihrer Backstube © Julia Baier

Jüngst hat Martin Kilga bekanntgegeben, dass er sein 3-Hauben-Restaurant Paradoxon nur noch bis März 2027 in seiner bisherigen Form führen wird. „Koch und Gastronom werde ich mein Leben lang sein“, schrieb er auf Social Media, dennoch wolle er sich beruflich neu orientieren. Für den Betrieb bedeutet das allerdings nicht nur einen Abschied, sondern auch einen Aufbruch: Theresa Kilga, die Ehefrau des Küchenchefs, startet im Paradoxon ihre eigene kleine Backstube.

Auslöser dafür war unter anderem der Weggang einer langjährigen Mitarbeiterin. Deren Platz übernimmt Kilga nun in der Patisserie. Gleichzeitig nutzt die Mutter von zwei Kindern die Gelegenheit, ihrer Leidenschaft für Brot und Gebäck mehr Raum zu geben. Dafür wurde ein Teil des Restaurantgewölbes zur Backstube umfunktioniert.

Sauerteigbrot, Sesamweckerl, Tahini-Buns

Ab Oktober gibt es dort jeden Samstag frisches Brot und Gebäck auf Vorbestellung. Online können Kund:innen ihre Auswahl treffen und abholen. „Damit alles noch warm rausgegeben werden kann“, sagt die gelernte Floristin. Neben verschiedenen Sauerteigbroten stehen unter anderem Brioche, Sesamweckerl, Kardamom-Buns, Kakao-Tonkabohnen-Buns und Tahini-Buns auf dem Programm. „Auch meine Kuchen wird es sicherlich geben.“

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© Julia Baier
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© Julia Baier
© Julia Baier

„Mehr als nur gutes Brot“

Seit rund neun Jahren arbeitet Kilga in der Gastronomie, viele davon an der Seite ihres Mannes. Mit dem Brotbacken begann sie 2020 zu Hause. „Ich habe mich immer mehr damit beschäftigt und das Thema richtig vertieft“, erzählt sie. Gebacken wird mit biologischen Mehlen der DYK-Mühle in Raabs an der Thaya. Sauerteig spielt dabei die Hauptrolle: Die meisten Teige reifen rund 24 Stunden oder länger, bei süßen Gebäcken kommen zusätzlich Hefevorteige zum Einsatz. „Auch wenn es gerade stressig ist mit der zusätzlichen Arbeit im Restaurant, wollte ich diesen Schritt jetzt unbedingt machen“, sagt Kilga. Lange habe sie mit der Idee geliebäugelt, nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, sie in die Tat umzusetzen.

Dass das Interesse da ist, zeigt sich bereits jetzt. „Jeden Tag fragen mich neue Leute und möchten mit mir zusammenarbeiten“, erzählt sie. Neben Catering-Anfragen denkt Kilga langfristig auch über Workshops nach. Selbst wenn das Paradoxon in seiner jetzigen Form schließt, möchte sie das Projekt weiterführen und weiterentwickeln. Dabei geht es ihr um mehr als gutes Brot allein. „Es ist mir ein Anliegen, wieder mehr Bewusstsein für das Lebensmittel zu schaffen“, sagt sie. Wer Brot herstellt, sehe unmittelbar, wie viel Zeit, Sorgfalt und Handwerk darin stecken.

Weitere Informationen unter instagram.com/kilgabrot

von Derya Metzler

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