30.09.2026

Top 10: Unsere liebsten Kaffeehäuser

Die Gault&Millau-Redaktion stellt seine Lieblinge in Wien vor. Vom traditionellen Kaffeehaus zum kleinen Café mit eigener Röstung.

Café Schwarzenberg
Café Schwarzenberg © Wien Tourismus / Julius Hirtzberger

Wien ohne seine Kaffeehauskultur ist nicht vorstellbar. Sie ist lebendiges Kulturgut, und die Lokale, die sich ihr verschreiben, verlässliche Treffpunkte und Rückzugsorte. Dieser Tage haben die Kaffeehäuser viele Gesichter. Nach wie vor gibt es die Institutionen mit Holzvertäfelungen, imposanten Jugendstil-Leuchtern und Zeitungshaltern, die den Eindruck erwecken, die Zeit sei stehen geblieben. Daneben eröffnen immer mehr Cafés, die zwar dem Gedanken des Vorbilds entsprechen, gleichzeitig aber für eine neue Generation stehen. Optisch zeigen sie sich gerne weniger pompös, dafür mit Fokus auf eine breitere und ausgefallenere Auswahl an Röstungen (Auch mit Fokus auf Tees!). Weil beides seinen eigenen Charme hat und die Tradition rund um das Kaffeehaus prägt, stellen wir Ihnen nachfolgend zehn Lokale vor, in denen sich die Gault&Millau-Redaktion gerne aufhält.

Altwiener Kaffeehäuser

Café Sperl
Wem Kaffee und Zeitunglesen nicht genug Freizeitbeschäftigung sind, kann im Café Sperl auch einen Abstecher zum Billardtisch machen. Oder schlicht – sofern man sonntags einkehrt – bei Klavierklängen sinnieren. Hier, auf der Gumpendorfer Straße, kehren Wiener:innen ebenso wie Tourist:innen ein und erfreuen sich an Melange, Verlängerter und Einspänner. Wie es sich für ein Traditionshaus gehört, gibt es auch im Sperl eine eigene Torte: mit Milchschokolade, Zimt und Mandeln.
Gumpendorfer Straße 11, 1060 Wien

Café Hawelka
Wer ein rustikales Kaffeehaus sucht, findet in der Dorotheergasse eine solche Variante. Wobei das für das Hawelka zu kurz gegriffen wäre: Das Café war Treffpunkt zahlreicher Persönlichkeiten aus Kunst und Literatur, darunter Georg Danzer, der im Song „Jö Schau“ vom „Nackerten im Hawelka“ singt. Zwischen gepolsterten Sesseln und Erinnerungsstücken gibt es Kaffeehausspezialitäten der Wiener Art – mit Bohnen aus der eigenen Rösterei im 23. Bezirk.
Dorotheergasse 6, 1010 Wien

Schwarzenberg
Das Schwarzenberg ist eine Wiener Kaffeehaus-Institution par excellence. Während der Wartezeit wird Zeitung gereicht, oder man vertreibt sich die Minuten mit dem Blick auf den Kärntner Ring. Als eines der ältesten Ringstraßencafés der Stadt besticht es durch seine historische und charmant-kitschige Einrichtung. Vom klassischen Kaffee bis zu kalten und warmen Gerichten fehlt es hier an nichts.
Kärntner Ring 17, 1010 Wien

Cafe Prückel
Ein weiteres Ringstraßencafé mit ebenso langer Tradition ist das Prückel. Kürzlich wurde es renoviert: Die Polster der Sitzmöbel wurden erneuert und die Wände frisch gestrichen. Dabei wurde behutsam vorgegangen, denn die Inneneinrichtung von Oswald Hardtl aus dem Jahr 1955 steht unter Denkmalschutz. Heute erstrahlt das Kaffeehaus in neuem Glanz und bietet weiterhin gewohnte Qualität, darunter Kaffeespezialitäten, Apfelstrudel sowie die hauseigene „Prückel Schnitte“.
Stubenring 24, 1010 Wien

Café Central
Es zählt zu jenen Kaffeehäusern, das bei Tourist:innen besonders beliebt ist und für das man nicht selten eine längere Wartezeit in Kauf nimmt. Das Café Central öffnete 1876 seine Türen und gilt seither als Haus mit Tradition, in dem Dichter:innen und Denker:innen gern und oft einkehrten. In klassischem Ambiente, mit Marmortischen und Thonet-Stühlen, wird neben Kaffee und Pâtisserie auch Wiener Küche serviert. Seit Frühjahr 2026 wird das Central saniert – als Übergangslösung eröffnete unweit des Stammhauses ein Pop-up-Kaffeehaus unter dem Namen „Decentral“. Die Wiedereröffnung ist noch für Herbst diesen Jahres geplant.
Café Central: Herrengasse 14, 1010 Wien
Decentral: Freyung 3/1, 1010 Wien

Galerie

Café Sperl
Café Sperl © Wien Tourismus / Peter Rigaud
Café Hawelka
Café Hawelka © Wien Tourismus / Julius Hirtzberger
Café Schwarzenberg
Café Schwarzenberg © Wien Tourismus / Julius Hirtzberger
Café Prückel
Café Prückel © Österreich Werbung / Harald Eisenberger

Zeitgenössische Kaffeehäuser

Balthasar
Das Balthasar gehört zu jener Generation Wiener Kaffeehäuser, die Kaffee neu denken – und zählt zugleich zu den frühen Adressen der hiesigen „Specialty Coffee“-Szene. Für die Kaffeebohnen wird mit dem deutschen Röster Leonhard Wild zusammengearbeitet, der mittlerweile übrigens auch einen Standort in Wien hat. Im Balthasar wird jede:r glücklich: von ausgezeichnetem Espresso und Cappuccino über Filterkaffees bis hin zu kaltgebrühten Varianten. Wer das Barista-Handwerk selbst erlernen möchte, kann im hauseigenen „Lab“ an Workshops zum Thema teilnehmen.
Praterstraße 38, 1020 Wien

Cafetière
Es sind zwei Dinge, mit denen die Cafetière von Peggy Strobel von sich reden macht. Erstens der urgemütliche 50er-Jahre-Stil des Lokals, zweitens der Schinken-Käse-Toast. Unter Kenner:innen gilt Letzterer als bester der Stadt. Dazu gibt es Espresso & Co. aus einer Zürcher Rösterei. Eigentlich braucht es manchmal auch gar nicht mehr als das.
Wipplingerstraße 25, 1010 Wien

Café Fokus
Weitläufig kann man das Café Fokus nicht nennen, das ist allerdings auch nicht notwendig. Rechts und links vom Eingang gibt es Stammplätze – bzw. -Hocker –, im Obergeschoss einen kleinen Workspace. Die Einrichtung ist schlicht, mit hellem Holz, Pflanzen und wechselnder Kunst an den Wänden, alles mit viel Liebe von den beiden Inhabern gestaltet. Sollte keine Sitzgelegenheit frei sein, empfehlen wir, den sehr guten Kaffee (!) mitzunehmen und eine Runde im nahegelegenen Augarten zu drehen.
Kleine Pfarrgasse 28, 1020 Wien

Café Comet 
Als Heimat zahlreicher Specialty-Coffee-Lokale ist Wien Neubau wohl das Epizentrum ebensolcher Betriebe. So auch vom Comet, einem Nachbarschafts-Café in der Kirchengasse in dem Kaffeebar und Shop unter einem Dach vereint sind. Auf der Getränkekarte stehen Cold Brew, wechselnde Kaffeesorten sowie Limonaden. Das Innere des Café Comet ist gemütlich und mit Retro-Flair eingerichtet, das Publikum jung und international.
Kirchengasse 44, 1070 Wien

Cà Phê Lalot
Das Cà Phê Lalot von Viola Waldeck und Lukas Stein ist eines dieser Lokale, das sich nicht unbedingt festlegen möchte. Hier lässt man sich von asiatischen, vor allem vietnamesischen, Einflüssen inspirieren und bietet in diesem Rahmen ein Getränke- und Speisenangebot, das es in Wien sonst nicht gibt. Neben Omelett mit Crispy Chili Öl werden Lychee Granola sowie wechselnde Mittagsteller serviert. Dazu gibt es vietnamesischen Kaffee (eigene Röstungen) und Matcha in unterschiedlichen Varianten. Pflichtbestellung: Pandan Canelé mit Iced Coconut Matcha.
Wipplingerstraße 25, 1010 Wien

Galerie

Balthasar-Betreiber Otto Bayer
Balthasar-Betreiber Otto Bayer © Nicky Webb
Cafetière
Cafetière © Lisa Edi
Café Fokus
Café Fokus © Café Fokus
Cà Phê Lalot
Cà Phê Lalot © Fabian Rettenbacher

Weitere Empfehlungen

  • Kaffätscherl, 1070 Wien
  • Cafetschi, 1010 Wien
  • Bräunerhof, 1010 Wien
  • Wildkaffee, 1050 Wien
  • Jonas Reindl Coffee Roasters, mehrere Filialen in Wien
  • Kaffemik, 1070 Wien
  • Café Landtmann, 1010 Wien
  • Café Mozart
  • Café Museum
  • Café Korb, 1010 Wien
  • Café Tirolerhof
  • Café Jelinek, 1060 Wien

von Derya Metzler

*Unsere Auswahl ist rein redaktionell zusammengestellt. Sollten Sie der Meinung sein, dass ein Betrieb fehlt, freuen wir uns über Ihre und Anregungen.

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