28.10.2026

Bistro Flameau: Auf ein Glas mit Alina und Florian

Ein „Weinbeisl“ mit Gesellschaftsspielen, Eismarillenknödeln und großartigen Tropfen aus Österreich.

Alina Stantejsky und Florian Gassmann
Alina Stantejsky und Florian Gassmann © Jan Tiam Dorfer / ÖWM

Manche Lokale muss man selbst besuchen, um ein akkurates Gefühl für die Stimmung darin zu bekommen. Schlicht, weil es sie in dieser Form kein zweites Mal gibt – und weil sie zutiefst von den Menschen leben, die sie führen. Das Eckbeisl in der Wiener Hohlweggasse im dritten Gemeindebezirk ist ein solches Exemplar. Jahrzehntelang war es ein Refugium diversester Bedürfnisse, wo man zum Zeitungslesen, Sinnieren oder einfach auf ein Seiterl vorbeikam. Seitdem Florian Gassmann und Alina Stantejsky den Betrieb 2025 übernommen haben, ist erfreulicherweise vieles gleichgeblieben. Mit einem signifikanten Unterschied: Die Hauptrolle spielt nicht mehr das Gezapfte, sondern der Wein, der über die Schank an den Tresen und zu den Eckbanktischen wandert. Und der stammt zum großen Teil von österreichischen Weingütern.

„Der österreichische Wein ist das, was dem Heimspiel am nächsten kommt. Das, was wir am besten kennen, was man am öftesten getrunken hat, womit man sozialisiert wurde“, sagt Gassmann. Außerdem sei genau das das Schöne daran: Dass man die Menschen dahinter kennenlernen kann. Dass sich ein Ausflug ans Weingut ausgeht, man die Region erlebt und die Geschichten hinter den Flaschen erfährt. „Wenn man einen Wein einmal in einer netten Atmosphäre getrunken hat, kann man auch eine Geschichte dazu erzählen.“

„Das flüssige Pendant zum Kartenspielen“

Optisch wie konzeptionell treten im Flameau Kontraste zutage. Gleichzeitig greifen die farblichen Akzente, der Dart-Automat, die Schallplattenmusik sowie das Essen und Trinken logisch ineinander. „Das Flameau ist eine Weinbar, ein Café, ein Bistro oder was auch immer man gerade braucht“, sagt Stantejsky. Es ging den Gastronom:innen immer darum, einen Ort zu schaffen, an dem sich alle wohlfühlen. Wer allein auf ein Glas vorbeikommt, soll das tun. Und wer mit neuen Freund:innen einen ganzen Abend beim Kartenspielen verbringt, ohnehin.

„Beim Weintrinken kommt man zusammen“, sagen sie. Man schenkt nach, kostet gegenseitig, philosophiert über das, was im Glas landet. Nicht selten werde dabei über mehrere Tische hinweg miteinander geredet. Für Florian Gassmann ist Wein deshalb „das flüssige Pendant zum Kartenspielen“.

Alles ohne Tamtam

Dazu gibt es herrlich Einfaches ohne Tamtam. Grilled Cheese mit dunklem Sauerteigbrot, würzigem Bergkäse und hausgemachter Zwiebelmarmelade etwa, zu dem Gassmann einen leicht gekühlten, fruchtbetonten, österreichischen Pinot Noir mit lebendiger Säure empfiehlt. Oder einen hiesigen Klassiker: Eismarillenknödel, die seiner Meinung nach hervorragend mit einem kraftvollen Grünen Veltliner mit etwas Flaschenreife, vorzugsweise aus dem Burgenland, harmonieren.

Wenngleich die Weinkarte beachtlich ist, brauche niemand Berührungsängste mit dem Thema zu haben, wie Gassmann und Stantejsky betonen: „Egal, ob man sich auskennt oder nicht, wichtig ist nur, dass man sagen kann, was einem schmeckt. Damit kann man am besten arbeiten.“

Galerie

Florian Gassmann und Alina Stantejsky
Florian Gassmann und Alina Stantejsky © Jan Tiam Dorfer / ÖWM
© Jan Tiam Dorfer / ÖWM
© Jan Tiam Dorfer / ÖWM
© Jan Tiam Dorfer / ÖWM

Im Rahmen dieser Serie stellen wir gemeinsam mit Österreich Wein Wiener Betriebe vor, die österreichischen Qualitätswein und Sekt ins Glas bringen – und damit vor allem eines zelebrieren: das gemeinsame Genießen mit Freund:innen.

Redaktion: Derya Metzler
Kamera & Schnitt:
Jan Tiam Dorfer

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