17.02.2026
Eine Expertenjury verkostet 27 alkoholfreie Biere aus Österreich. Ein Überraschungssieger gewinnt in beiden Hauptkategorien.

Die bevorstehende Fastenzeit nützen viele, um auf etwas zu verzichten, das sich auch positiv auf die Gesundheit auswirkt. In Österreich bedeutet das hauptsächlich Alkoholfasten. Damit es uns ein wenig leichter fällt, suchen wir alkoholfreie Alternativen – und da steht wiederum alkoholfreies Bier mit Abstand an erster Stelle. Aber auch ganz ohne Fastenzeit wächst die Nachfrage nach Gerstensäften ohne Promille massiv, der Marktanteil liegt laut Verband der Brauereien Österreichs mittlerweile bei über vier Prozent, mit steigender Tendenz.
Neben dem fehlenden Alkohol bietet alkoholfreies Bier funktionelle und gesundheitliche Vorteile. Es enthält B-Vitamine, Polyphenole sowie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Natrium, die zur elektrolytischen Regulation beitragen. Dadurch unterstützt es die Rehydrierung und Regeneration nach körperlicher Belastung und eignet sich als isotonisches Erfrischungsgetränk. Mit nur 20 bis 30 Kilokalorien pro 100 Milliliter gilt es zudem als kalorienarm und gut bekömmlich.




Ob es auch geschmacklich mit “normalem” Bier mithalten kann, soll in einer groß angelegten Verkostung erforscht werden. Um dies herauszufinden, wurde die wohl profundeste Jury in Bierfragen eingeladen. Der sensorischen Herausforderung stellte sich allen voran der amtierende Biersommelier-Staatsmeister Oliver Klamminger, zusammen mit Ursula Huber und Julian Selinger, ihres Zeichens Mitglieder des aktuellen Biersommelier-Nationalteams, das bei der Biersommelier Weltmeisterschaft 2025 die Goldmedaille im Mannschaftsbewerb geholt hat. Braufrau und Gastronomin Dominique Schilk (Bierbar Hawidere), Biersommelière Barbara Bahr, Sensorikerin Romana Fertl (Opensense.at), Gastronom Leo Doppler (Hansen in der Börse) und Bernhard Degen von Gault&Millau vervollständigten die Jury.
Die Organisation der Verkostung war herausfordernd, da viele Brauereien nicht bekanntgeben, welcher Bierstil mit welcher Produktionsmethode angestrebt wurde. Es gibt grundsätzlich zwei Arten, den Alkohol zu vermeiden, entweder entzieht man ihn nachträglich, oder lässt ihn erst gar nicht entstehen, durch gestoppte Gärung oder durch Spezialhefen. Alle Methoden wirken sich unterschiedlich auf den Geschmack aus. Was die Bierstile betrifft, machte “Helles” bzw. “Lager” die Mehrheit aus, geschmacklich stark abweichend waren einige obergärige Weizen- bzw. Weißbiere, die daher auch als eigene Kategorie geführt wurden. Oft wurden die Bierstile aber auch gar nicht deklariert. Wenn man dem Etikett nur entnehmen kann, dass es sich ganz allgemein um alkoholfreies Bier handelt, dann weiß man nicht genau, was man bekommt. Von herb-bitter bis süßlich-floral ist hier alles möglich.
1. Rieder Alkoholfrei *
1. Rodauner Strizzi Alkoholfrei *
3. Mohren Alkoholfrei
4. Puntigamer Prost 0.0
5. Baumgartner Alkoholfrei
6. Grieskirchner Alkoholfrei
7. Gusswerk Jakobsgold Bio alkoholfrei *
7. Trumer Freispiel *
9. Murauer Alkoholfrei
10. Thalheimer Alkoholfrei *
10. Schwechater Alkoholfrei (Dose) *
10. Gösser Natur Gold Alkoholfrei *
* ex aequo Platzierungen
Insgesamt wurden in dieser Kategorie 22 Produkte verkostet, veröffentlicht werden hier die Top 10, die überraschenderweise ein Dutzend sind, da drei Biere punktegleich auf Rang 10 landeten.
1. Rieder Weiße Alkoholfrei
2. Die Weisse Alkoholfrei
3. Murauer Kristallweizen Alkoholfrei
Insgesamt wurden in dieser Kategorie fünf Produkte verkostet, veröffentlicht werden hier die besten drei.
Die Brauerei Ried erwies sich bei dieser Verkostung als absolute Expertin für alkoholfreies Bier, da sie beide Kategorien gewinnen konnte. Ein bemerkenswerter Erfolg gelang auch der kleinen und wenig bekannten Rodauner Biermanufaktur, die sich den Ex-aequo-Sieg in der Hauptkategorie sichern konnte.
Die Verkostung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband der Brauereien Österreichs durchgeführt, die heimischen Brauereien wurden zur Teilnahme eingeladen und konnten ihre alkoholfreien Biere einreichen. Insgesamt wurden 27 Proben eingeschickt. Da die Preise in den unterschiedlichen Märkten variieren, gibt es hier keine Preisangaben und Bezugsquellen.
von Bernhard Degen












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