11.08.2026
Wien: Diese (Rooftop-)Bars und Lokale mit Ausblick bieten guten Blick auf das seltene Himmelsereignis. Danach hoffen wir auf Sternschnuppen.

Wo lohnt es sich, den Aperitif mit Sonnenfinsternis und einem Schuss Sternschnuppen zu kombinieren? Am 12. August ab etwa 19.22 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne, gegen 20.10 Uhr werden rund 85 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt sein. Das Spektakel findet allerdings unmittelbar vor Sonnenuntergang, tief am Horizont, statt – und genau das macht die Wahl des richtigen Lokals entscheidend.
Wer möglichst viel von der Sonnenfinsternis sehen möchte, sollte hoch hinaus. Die Sonne steht im Verlauf der Finsternis immer tiefer im Westen, und der Wienerwald kann sie von tiefer gelegenen Standorten aus schon verdecken, bevor das Maximum der Eklipse erreicht ist. Rooftop-Bars und hohe Gebäude sind daher klar im Vorteil. Bei Lokalen an Donau und Alter Donau ist der Blick zwar oft wunderbar frei, dennoch besteht das Risiko, dass die Sonne hinter dem Wienerwald verschwindet, bevor die Finsternis ihren Höhepunkt erreicht. Den Beginn sollte man bei freier Sicht nach Westen aber (mit Schutzbrille!) gut beobachten können.
Im wunderschönen Donaupark liegt der Donauturm mit seiner Aussichtsterrasse, dem Café und dem Restaurant auf 160 bzw. 170 Metern Höhe. Natürlich ist es schwer, hier noch einen Platz zu ergattern, dafür dreht sich das Restaurant und der Blick auf die Sonnenfinsternis wird demokratisch gerecht vergeben. Die Gastgeber versprechen zudem die Ausstattung mit geeigneten Schutzbrillen.




Kubafeeling und Sonnenfinsternis: Die Rooftop-Bar Cayo Coco auf dem The Hoxton bietet einen 360-Grad-Blick über Wien. Damit stehen die Chancen ausgezeichnet, die tief stehende Sonne lange im Blick zu behalten – sofern man rechtzeitig einen Platz auf der richtigen Seite der Terrasse ergattert. Das Team hat auch einen eigenen Cocktail kreiert: “The Eclipse”.
Mitten in der Innenstadt und mit dem Stephansdom beinahe zum Greifen nahe gehört das Lamée Rooftop zu den Wiener Klassikern für Drinks mit Aussicht. Für die Sonnenfinsternis ist die erhöhte Lage ein großer Vorteil, allerdings ist der Blick Richtung Sonnenuntergang nicht bis zur letzten Sekunde möglich.
Hoch über dem Hauptbahnhof bietet die Bar im 16. Stock einen eindrucksvollen Blick über ganz Wien – beste Voraussetzungen, um die Sonnenfinsternis bis weit in Richtung Sonnenuntergang zu verfolgen. Kleiner Wermutstropfen: Der verbaute Teil der Terrasse liegt im Westen und ist dem Open Air-Bereich ein bissl im Weg.

Nicht Rooftop, dafür Sommerfeeling unmittelbar am Wasser: Porto Pollo und das Areal rund um Pier 22 an der Neuen Donau sind besonders entspannte Alternativen. Der Horizont ist hier wesentlich offener als mitten in dicht verbauten Stadtteilen, aufgrund der niedrigen Lage könnte der Wienerwald die Sonne aber vor dem Maximum verdecken – für den Beginn der Finsternis ab 19.22 Uhr sind die Voraussetzungen aber sehr gut.
Das Wake Up an der Neuen Donau kombiniert Urlaubsstimmung, Wasserskilift und einen grundsätzlich großzügigen Blick in den Abendhimmel. Auch hier gilt: Für die erste Phase der Sonnenfinsternis ist die Lage attraktiv, wer unbedingt noch möglichst nahe am Maximum um 20.10 Uhr beobachten möchte, ist auf einem hohen Rooftop besser aufgehoben.
Die Ufertaverne gehört ohnehin zu den schönsten Adressen für einen sommerlichen Sonnenuntergang am Wasser. Der Beginn der Sonnenfinsternis sollte bei freier Sicht Richtung Westen gut zu erleben sein, für die spätere Phase bleibt aufgrund der niedrigen Lage aber das Risiko, dass die Sonne bereits hinter dem Wienerwald verschwindet.
Anm.: Die Liste ist eine rein redaktionelle Auswahl, wir freuen uns über weitere Tipps an redaktion@gaultmillau.at
Wer die Sonnenfinsternis möglichst lange verfolgen möchte, sollte sich für Meliá, Cayo Coco oder ein anderes hohes Rooftop mit freiem Westblick entscheiden. Wer dagegen einen entspannten Sommerabend am Wasser verbringen möchte und damit leben kann, möglicherweise nicht bis zum Maximum freie Sicht zu haben, findet an Neuer und Alter Donau einige der schönsten Plätze der Stadt. Es spricht aber nichts dagegen, auch einmal ins Wiener Umland zu fahren, an vielen Hängen im Weinviertel, am Braunsberg, am Ostufer des Neusiedlersees oder auf den Gipfeln der Wiener Hausberge gibt es tolle Sicht und weniger Lichtverschmutzung (siehe unten). Man muss sich halt die kulinarische und vinophile Stärkung selber mitnehmen.
Wichtig ist in jedem Fall eine geeignete Sonnenfinsternisbrille. Auch bei einer zu rund 85 Prozent verfinsterten Sonne darf keinesfalls ungeschützt direkt in die Sonne geblickt werden.
Und wer nach der Sonnenfinsternis noch nicht genug von kosmischen Schauspielen hat, sollte länger bleiben: In der Nacht auf den 13. August erreichen auch die Perseiden ihren Höhepunkt, unter idealen Bedingungen sind theoretisch 80 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Besonders günstig ist heuer der Neumond – für eine wirklich gute Ausbeute sollte man allerdings die Lichtglocke Wiens hinter sich lassen und einen möglichst dunklen Platz aufsuchen.
Anm.: Die Nachfrage nach den besten Plätzen ist erwartungsgemäß hoch, entsprechende Reservierungen sind nachdrücklich empfohlen.
von Bernhard Degen












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