01.04.2025

Ernährung: Neue Trends und aktuelle Entwicklungen

Bewusst und gut wollen die Österreicher*innen essen. Mehr Nachfrage sowohl nach Veggie- als auch nach Gourmetküche.

SPAR Vorstand Markus Kaser
SPAR Vorstand Markus Kaser © SPAR/wearegiving.at

„Leute wollen immer noch gut essen und trinken, aber bewusster“, stellt SPAR-Vorstand Markus Kaser im Rahmen des SPAR Food Salons fest. Er stützt sich dabei einerseits auf die Umsatzentwicklungen in den eigenen Märkten und andererseits auf eine repräsentative Umfrage von marketagent. Ausgangsfrage war: „Was schmeckt den Österreicher*innen?“ Überraschend eindeutig kam dabei die Vorliebe für österreichische Hausmannskost zur Geltung: Überwältigende 81 Prozent gaben sie als favorisierte Küche an (Mehrfachnennungen waren möglich). Gefolgt von italienischer (50 Prozent) und asiatischer Küche (44 Prozent).

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten aber auch, dass sich die Österreicher*innen intensiv mit Ernährung beschäftigen und dass das Wissen um Lebensmittelzusatzstoffe durchaus umfangreich ist. Aromastoffe werden dabei noch eher akzeptiert als beispielsweise künstliche Süßstoffe oder Geschmacksverstärker. Das große Interesse an Lebensmittelqualität spiegelt sich auch im Konsumverhalten wider: Markus Kaser berichtet von signifikantem Umsatzwachstum im SPAR-Premium-Bereich (plus 11,2 Prozent). Noch stärkeres Wachstum gab es bei SPAR Veggie: plus 12,7 Prozent.

Angesichts der starken medialen Präsenz von vegetarischen und veganen Trends, insbesondere auf Social Media, sollte man vermuten, dass es bei pflanzenbasierten Produkten im Lebensmitteleinzelhandel ein generelles Wachstum gibt. Laut der eben publizierten RollAMA, der fundierten Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing, ist das aber kaum der Fall. Mengenmäßig wuchs der Anteil pflanzlicher Lebensmittel von 52 Prozent im Jahr 2022 auf gerade einmal 52,2 Prozent im Jahr 2024 – ein Plus von 0,2 Prozent innerhalb zweier Jahre. Auch wertmäßig hat sich kaum etwas bewegt: 39,5 Prozent Anteil im Jahr 2022, 39,9 Prozent im Jahr 2024.

Paul Ivic entwickelte vegane Produkte für SPAR
Paul Ivic entwickelte vegane Produkte für SPAR © SPAR / Mara Hohla

Ungebrochen ist jedenfalls die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln: „Österreich bleibt das Bio-Land Nummer eins“, unterstreicht Markus Kaser. Die RollAMA bestätigt die Nachfrage auf hohem Niveau bei 13 Prozent Anteil an allen Lebensmitteln, allerdings einen wertmäßigen Rückgang von 0,5 Prozent in zwei Jahren. Die Produkte von SPAR Natur pur hingegen verzeichneten im Vorjahr ein Umsatzplus von über acht Prozent. Dies ist nicht zuletzt auf spannende Innovationen im Bio- sowie im vegetarisch/veganen Bereich zurückzuführen. Eben gelauncht wurde beispielsweise eine Kooperation mit Haubenkoch Paul Ivic, der für das vegetarische Restaurant Tian eindrucksvolle vier Hauben erkocht hat. Für SPAR hat er vier vegane Gerichte aus Bio-Zutaten im Glas kreiert. Erste Kostproben bestätigen den hohen Qualitätsanspruch.

Markus Kaser nahm den SPAR Food Salon am 25. März im Wiener Filmquartier auch zum Anlass, um ein aktuell kursierendes Vorurteil zu entkräften: Der Lebensmittelhandel sei kein Inflationstreiber, denn während die Jahresinflation in Österreich bei 2,9 Prozent lag, betrug die Teuerung bei den Lebensmitteln nur 2,1 Prozent. Kleinere Budgets gibt es nicht nur in der Regierung – auch Privathaushalte müssen sparen. Dennoch legen die Österreicher*innen Wert auf Herkunft und Qualität.

von Bernhard Degen

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