06.03.2026
Der Rotweinpionier ist am 4. März im 86. Lebensjahr in seiner Heimat Großhöflein verstorben.

Es war in den 1970er Jahren, als Anton Kollwentz bei seinen Weinreisen nach Frankreich die Liebe zum Cabernet Sauvignon entdeckte. Das klingt heute wenig spektakulär, damals war die Rebsorte aber noch ein Exot und in Österreich nicht als Qualitätsrebsorte zugelassen. “Geht nicht, geht nicht, geht nicht!”, war die Antwort des zuständigen Beamten in der burgenländischen Landesregierung, als Kollwentz um eine Zulassung zum Anbau des Cabernet Sauvignon ansuchte. Doch er blieb hartnäckig, nutzte seine Kontakte und erwirkte laut Biographie schließlich einen am 15. April 1981 ausgestellten Bescheid, der die Auspflanzung der ersehnten Rebsorte zu “Versuchszwecken” ermöglichte.
Die darauf folgende Erfolgsgeschichte des Cabernets in Österreich ist allseits bekannt, reinsortig und als Cuvéepartner. Der im 2095-Liter-Fass ausgebaute Premierenjahrgang 1983 war auf Anhieb Falstaff-Sieger. Der im Barrique ausgebaute 1984er schon wieder. Dies löste nicht nur einen Cabernet-Boom aus, sondern gilt auch als Geburtsstunde des viel zitierten österreichischen Rotweinwunders. Welches am Weingut Kollwentz übrigens schon deutlich früher begann. Ich hatte das große Glück, eine Blaufränkisch Spätlese 1971 bei einem Weinflohmarkt zu erstehen und war von der Frische und Qualität des (trockenen!) Rotweins begeistert. Kollwentz war laut Biographie übrigens auch der Erste, der im Burgenland einen Zweigelt-Weingarten angelegt hat – und zwar mit 18 Jahren im Jahr 1958.
Initiativen für (hierzulande) neue Rebsorten und Einsatz von Barriquefässern sind nur zwei Beispiele für den Innovationsgeist von Anton Kollwentz, der die Weiterentwicklung der gesamten Weinlandschaft in Österreich vorangetrieben hat. Aber auch seinen eigenen Betrieb Kollwentz-Römerhof in Großhöflein hievte der unermüdliche Pionier in die Elite der heimischen Winzerschaft. Sohn Andreas Kollwentz hat sein Erbe angetreten und gemeinsam mit Anton Ikonen der österreichischen Weinszene geschaffen – die Rotweincuvée Steinzeiler, Chardonnay Gloria und viele mehr. Mittlerweile sind auch seine Enkelinnen im Erfolgsbetrieb tätig.
Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie. Anton Kollwentz wird uns als Persönlichkeit und mit unzähligen großen Weinen, die noch in Kellern schlummern, in bester Erinnerung bleiben.
von Bernhard Degen












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