02.09.2026

Zehn Wiener Weinspots, die man kennen sollte

Bei einem guten Achterl bleibt man gerne mal ein bisschen länger sitzen. Bei diesen Wiener Adressen darf es gerne noch ein zweites werden.

Große Weinauswahl und feine Küche im Kommod
Große Weinauswahl und feine Küche im Kommod © Kommod

An Gründen, auf ein Achterl Wein zu gehen, mangelt es bekanntlich selten. Schwieriger wird es höchstens bei der Frage, wo. Schließlich kann Wien von der kleinen Naturweinbar bis zum Hauben-Bistro so ziemlich jede Form des gepflegten Weintrinkens. Mal wird fachkundig verkostet, mal bestellt man noch eine zweite Flasche und manchmal kommt dazu noch ausgezeichnetes Essen, das den geplanten kurzen Besuch ganz von selbst verlängert. Nachfolgend einige Favoriten der Gault&Millau Redaktion, bei denen es erfahrungsgemäß selten bei einem Glas bleibt.

Die Wachauerin

Fünf Euro für ein Achterl, 3,60 Euro für einen Weißen Spritzer: Die Wachauerin liefert erfreuliche Argumente dafür, noch eine Runde zu bestellen. Rund 40 Weine umfasst die Karte, zusätzlich bekommt jeden Monat ein anderer Winzer besondere Aufmerksamkeit und dessen Sortiment wird offen ausgeschenkt. Rund 50 weitere nationale und internationale Weine sowie Schaumweine sorgen dafür, dass einem die Auswahl nicht so schnell ausgeht. Auch Hungrig muss hier niemand bleiben – besonders die Wachauer Laberl bieten sich hervorragend als Snack an.
Frankhplatz 2, 1090 Wien

Mast

Dass im Mast gerne gegessen und getrunken wird, steht gewissermaßen schon an der Tür. Das Drei-Hauben-Weinbistro hält die dazugehörige Auswahl bei letzterem besonders spannend: experimentell, vielseitig und gerne auch einmal abseits der üblichen Verdächtigen. Österreichische Bio- und Naturweine nehmen viel Raum ein, international geht es unter anderem bis nach Georgien. Wer Wein und Küche gemeinsam kennenlernen möchte, kann sich zum sechsgängigen „Chef’s Choice“ die passende Begleitung einschenken lassen. Eine Flasche ohne Menü funktioniert freilich ebenfalls.
Porzellangasse 53, 1090 Wien

Bistro Flameau

Wer rote Sitzbänke und eine knallblaue Karte vor sich hat, ist schon einmal richtig eingebogen. Florian Gassmann und Alina Stantejsky servieren in ihrem Bistro Flameau nicht nur ausgezeichnetes Essen (Pierogi!), sondern auch rund 40 naturbelassene Weine, Sprudel und Co. Österreich ist dabei vielfach vertreten, genauso geht es aber auch an die Mosel, nach Andalusien, ins Beaujolais und in die Champagne. Man kann sich also gewissenhaft durch verschiedene Regionen kosten – oder man verwirft diesen Plan kurzerhand und bestellt den Hauswein mit Soda als Liter-Liter.
Hohlweggasse 17, 1030 Wien

Wein&Co

Neun Filialen in einer Stadt sind schon einmal eine recht gute Voraussetzung dafür, dass spontaner Vino-Gusto nicht lange unbeantwortet bleibt. Bei Wein&Co kommt dazu eine Auswahl, in der vom Afterwork-Wein bis zur Flasche für einen besonderen Anlass einiges zu finden ist. Wer selbst noch nicht genau weiß, wonach ihm der Sinn steht, lässt sich am besten beraten – das funktioniert sowohl im Shop als auch in der Bar ausgezeichnet. Gefährlich wird das höchstens beim Bezahlen: Aus der einen geplanten Flasche werden hier durchaus gerne einmal zwei.

Kommod

Unter der alten Aufschrift „Bäckerei und Konditorei“ versteckt sich heute ein Drei-Hauben-Lokal, in dem man ausgesprochen angenehm versinken kann. Dunkle Holzvertäfelungen, kleine Sitznischen und eine Weinkarte mit rund 480 Positionen machen dem Namen Kommod alle Ehre. Der Schwerpunkt liegt auf biologischen und biodynamischen Weinen, geografisch wird dabei einmal rund um die Welt gereist. 480 Möglichkeiten sind allerdings auch 479 Möglichkeiten zu viel, wenn man sich nicht entscheiden kann. In diesem Fall weiß Sommelière und Gastgeberin Christina Stahl um Rat.
Strozzigasse 40, 1080 Wien

Café Espresso 

Das Espresso in der geschäftigen Burggasse kann Kaffee (und Toast!), keine Frage. Die Weinkarte ist allerdings mindestens genauso verlockend. Spanien, Frankreich, Ungarn, Österreich und einiges mehr findet darauf Platz, wobei es uns besonders die Orangeweine angetan haben. Dazu kommen regelmäßig Pop-Ups und eine Stimmung, wegen der aus einem kurzen Besuch schnell ein längerer Abend werden kann. Im Sommer wird im Schanigarten angestoßen, im Winter sichert man sich bestenfalls die kleine Nische vor dem Kamin.
Burggasse 57, 1070 Wien

Pub Klemo

Bis zu 100 offene Positionen machen das Pub Klemo zu einer guten Adresse für all jene, die sich nur ungern gleich auf eine ganze Flasche festlegen. Die Auswahl erstreckt sich von Klassikern über Newcomer, alles in allem mit einer beachtlichen Jahrgangstiefe. Weiß, Rot und Rosé sind ohnehin dabei, ergänzt wird das Ganze um Schaumweine und Verjus. Diverse kalte und warme Speisen schaffen Abhilfe für den Hunger. Hat sich nach ein paar Kostproben ein Favorit herauskristallisiert, gibt es neben der Weinbar noch eine zweite Anlaufstelle: Der zugehörige Shop in der Inneren Stadt ist zahlreich (dazu noch etwas internationaler) bestückt.
Margaretenstraße 61, 1050 Wien
Shop: Köllnerhofgasse 2, 1010 Wien

Heunisch & Erben

Bei einer Weinkarte mit 82 Seiten darf die Entscheidung ruhig ein bisschen dauern. Im Heunisch & Erben finden sich darauf Prickelndes und Süßes ebenso wie Sake und Weine aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Alles selbst durchzuarbeiten dürfte selbst für sehr ambitionierte Weinliebhaber:innen schwierig werden. Gut also, dass das Service-Team sein Sortiment bestens kennt und bei der Auswahl immer gerne weiterhilft. Da das Lokal überdies drei Hauben trägt, sollte neben dem Durst bestenfalls auch ein wenig Appetit mitgebracht werden.
Landstraßer Hauptstraße 17, 1030 Wien

Vinifero

Ein ausgiebiger Schlenderer über den Karmelitermarkt macht bekanntlich durstig. Das passende Gegenmittel befindet sich zum Glück gleich ums Eck: Im Vinifero warten spannende Weine von nationalen und internationalen Winzer:innen, wobei ein besonderer Fokus auf Biodynamik liegt. Dazu bleibt es selten ausschließlich beim regulären Barbetrieb: Pop-Ups und Vintage-Markets sorgen regelmäßig für Programm. Donnerstags gibt es mit den Tastings außerdem einen ziemlich guten Vorwand, die eigene Weinkenntnis ein wenig auszubauen.
Karmeliterplatz 2, 1020 Wien

Rundbar

Bunt ist in der Rundbar schon einmal so ziemlich alles – die Einrichtung, das Publikum und auch die Weinauswahl. Bis zu 200 Positionen führt das Lokal von Weinskandal in der Lindengasse, mit deutlicher Vorliebe für naturbelassene Weine. Sprudel wie Pet Nat oder Champagner sind hier ebenso vertreten wie No- und Low-Alcohol oder sogar Cider und Bier. Der Durst ist allerdings nur ein guter Grund für einen Besuch. Der zweite heißt Elena Kubiena und steht in der Küche. Gerichte wie Marillen auf einem Stracciatellabett mit Chili-Öl etwa machen ziemlich überzeugend vor, warum man hier besser nicht nur zum Anstoßen vorbeikommen sollte. Bei Schönwetter lässt man Speis und Trank bestenfalls im Schanigarten auf sich wirken.
Lindengasse 1, 1070 Wien

Galerie

Rundbar
Rundbar © Ingo Pertramer
Mast
Mast © Transgourmet | Christian Maislinger
Bistro Flameau
Bistro Flameau © Bistro Flameau
Kommod
Kommod © Niko Havranek

von Angelina Rebel

Auf dem Laufenden bleiben

Melden Sie sich kostenlos für unseren wöchentlichen Newsletter an.