02.04.2025
Die „Reiseleiter“ Roman Horvath und Heinz Frischengruber verlassen sich auf 200 Expert*innen für jede Lage.
Vor zwei Jahrzehnten haben Roman Horvath als Weingutsleiter und Heinz Frischengruber als Kellermeister die Führung der Domäne Wachau übernommen. Kontinuierlich arbeiteten sie Jahr für Jahr an steter Optimierung der Prozesse, um immer klarer zu erkennen, dass die genossenschaftliche Struktur eine ideale Organisationsform darstellt, um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen. Insbesondere der Klimawandel machte eine veränderte Weingartenarbeit mit intensiver Betreuung notwendig. „Das wichtigste ist, dass der Rebstock gesund ist“, sagt Heinz Frischengruber.
Roman Horvath sieht den Umstieg auf biologische Bewirtschaftung als eine der Schlüssel-Maßnahmen, um den Herausforderungen des Kilmawandels zu begegnen. „Was entscheiden wir heute für die nächste Generation?“, stellt er bei einer Presseveranstaltung am 20. März im Wiener Steirereck in den Raum. Jetzt schon kann das Team der Domäne auf bis zu 180 Hektar Biofläche zurückgreifen. Bei einer Gesamtfläche von 400 Hektar ist das bald die Hälfte. Erklärtes Ziel ist es, binnen fünf bis zehn Jahren auf 100 Prozent bio umzustellen. Möglich ist das nur, wenn alle Weinbauer*innen ihren Beitrag leisten und alle an einem Strang ziehen.
Die 200 Weinbauer*innen sind das Atout der Domäne, sie kennen jeden Rebstock und kümmern sich um ihre Weingärten zum großen Teil seit Generationen. Insbesondere bei der Lese ist das ein entscheidender Vorteil, denn während bei anderen Betrieben Erntehelfer*innen angemietet werden müssen, sind bei der Domäne Wachau bis zu 1000 Leute draußen, denen man nichts mehr erklären muss. Roman Horvath und Heinz Frischengruber sehen sich als deren Reiseleiter, um sie in die moderne Zeit zu führen. Die vielen Maßnahmen der vergangenen beiden Jahrzehnte haben sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt, das sich in der Weinstilistik widerspiegelt.
Solides Handwerk und erstklassiges Rohmaterial waren schon immer da, nun werden die Rohdiamante auch auf höchstem Niveau geschliffen. Die Weine haben eine messerscharfe, präzise Stilistik, die den Charakter der jeweiligen Lagen transportieren. Horvath und Frischengruber brachten einige Kostproben aus der Historie der Genossenschaft mit, darunter einen brillanten Riesling Achleiten Kabinett 1982, der heute noch glänzt. Der Unterschied zu damals ist aber, dass sich die Leistungsdichte bei allen Lagen und allen Jahrgängen extrem erhöht hat. Das Sortiment ist insgesamt auf einem noch nie da gewesenem Niveau. Ein mitgebrachter Riesling Smaragd Achleiten 2023 betörte mit vielschichtigem Duftbild, Steinobst, Zitruszesten und Kräuterauszug in der Nase, markanter Mineralik, perfektem Säurezug und athletischem Körper. Ein Wein mit großer Zukunft, sinnbildlich für das erfolgreiche Teamwork in der Domäne.
von Bernhard Degen
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