21.01.2026
Murat „Efe“ Ankun setzt in seinem neuen Restaurant auf eine moderne türkische Küche, mit Manti, Baklava und mit Pistazien-Fett gewaschenem Whiskey.

Es sollte inzwischen bekannt sein, dass die türkische Küche neben Kebab noch einiges mehr zu bieten hat. Das Teilen in der Tischmitte, das hierorts fast inflationär von neuen Betrieben übernommen wird, hat in der Türkei lange Tradition. In Form von Meze – also kleinen Gerichten – wird das gemeinschaftliche Essen und die Geselligkeit zelebriert. Das möchte Murat „Efe“ Ankun mit seinem neuen Restaurant namens Kübey in Wiens Innerer Stadt hochleben lassen.
„Ich habe es immer schon geliebt, Gastgeber zu sein“, erzählt er im Gespräch mit Gault&Millau. „Nach all den Jahren war es für mich an der Zeit, etwas Eigenes zu machen.“ Bevor Ankun in die Selbstständigkeit überging, war er mehrere Jahre Barchef in der „Needle Vinyl Bar“ im ersten Gemeindebezirk. Im Juli 2025 übernahm er das leerstehende Lokal beim Rudolfsplatz; im Dezember wurde schließlich neu eröffnet.
Im Kübey setzt Ankun auf eine „moderne Version der türkischen Küche“, wie er es nennt. Neben eingelegten Okra, Weißkohl und Karfiol (6 Euro) gibt es mehrere Aufstriche, darunter Käse mit gerösteten Pistazien (8,50 Euro) und Baba Ghanoush (9 Euro). Außerdem stehen Gerichte wie Wolfsbarsch-Tatar (18 Euro) und Käse in Filoteig mit Honig (11,50 Euro) auf der Karte. Außerordentlich gut sind die Manti mit Minzjoghurt (16 Euro) und der geschmorte Ochsenschwanz auf Lavash-Brot (19 Euro). Ebenso wie die hausgemachten, von der Süße optimal ausbalancierten Baklava (9 Euro).
Die Getränke sind dank der Erfahrung des Barkeepers entsprechend elaboriert. Aperitifs wie der „Pink Sound“ mit Rose-Wermut, Grapefruit, Granatapfel und Zitrone (7 Euro) machen einen guten Start. Bei Weinfragen vertraut Murat „Efe“ Ankun auf den Händler Weinskandal, in puncto Cocktails tüftelt er selbst. Für den „Sumac Martini“ wird etwa Vodka mit Zaatar aromatisiert und wer „Honey, I’m Home“ bestellt, bekommt einen Pistazien-fat-washed Whiskey mit Orangenblütenwasser und Honig (beide 14 Euro).
Was rundherum vom kulinarischen Angebot passiert, prägt das Gesamtbild gleichermaßen. Gedimmte Lichtstimmung, dunkle Holzverkleidung an den Wänden und hohe Altbaudecken kommen mit Tischen aus weißem Gestein und Chromstühlen zusammen. Aus Terracotta gefertigte Skulpturen einer befreundeten Künstlerin füllen die Regale über der Bar, die auf die türkische Mythologie zurückgehen. Übrigens genauso wie der Name Kübey selbst, der sinngemäß „Mutter Erde“ bedeutet. Im Hintergrund läuft Musik vom Plattenspieler, überwiegend türkischer Jazz aus den 70er- und 80er-Jahren, den der Gastgeber selbst kuratiert.
von Derya Metzler












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