26.03.2025

Wiener Wasserturm, 135 Jahre alt, single, sucht…

Fotos: Das denkmalgeschützte Gebäude wird saniert und zu einer Gastro-Immobilie entwickelt. Die Ausschreibung läuft.

Der Wasserturm im Wiener Nordbahnviertel
Der Wasserturm im Wiener Nordbahnviertel © Bernhard Degen

Das Nordbahnviertel in Wien Leopoldstadt ist ein städtebauliches Erfolgsprojekt, das mit rund 7.500 Wohnungen Raum für rund 22.000 Einwohner*innen bietet. Im Endausbau sollen laut Immo-Kurier zudem rund 20.000 Arbeitsplätze geschaffen sein. Die Entwicklung des Viertels ist fast abgeschlossen, ein Puzzlestück fehlt allerdings noch: die “freie Mitte”. Dabei handelt es sich um eine rund zehn Hektar große Grünfläche, die naturnah und mit viel Freiraum gestaltet wird. Am Rande dieser Freifläche liegt der historische Wasserturm, der im Jahr 1890 errichtet wurde, um Dampfloks mit Wasser zu versorgen.

Die ÖBB will nun das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und zur Gastro-Immobilie entwickeln. Per Ausschreibung werden Pächter*innen bzw. Konzepte gesucht. Das Gebäude soll innen weitgehend entkernt werden, um die eindrucksvolle Raumhöhe von über zwölf Metern wirken zu lassen. Die Nutzfläche erscheint angesichts des massiven Baus mit etwa 250 Quadratmetern fast bescheiden; hinzu kommt eine Gastgartenfläche von rund 100 Quadratmetern. Zwei Seiten sollen den Planern zufolge großzügig geöffnet werden, die Versorgungsräume sind im Keller geplant. Über diese kann auch eine ebenerdige Anlieferung erfolgen. Für Stabilität des Gebäudes ist seit Beginn großzügig gesorgt, die Grundmauern sind gute zwei Meter breit.

Galerie

Planungsstudie Wasserturm
Planungsstudie Wasserturm © ÖBB / Riepl, Kaufmann, Bammer Archtitektur
Innenansicht
Innenansicht © ÖBB / Riepl, Kaufmann, Bammer Archtitektur
Modernes Design
Modernes Design © ÖBB / Riepl, Kaufmann, Bammer Archtitektur
aktuelle Innenansicht auf Dachhöhe
aktuelle Innenansicht auf Dachhöhe © Bernhard Degen

Als innenarchitektonisches Highlight des Projekts sollen vier allegorische Figuren des ehemaligen Wiener Nordbahnhofs im oberen Bereich des Wasserturms platziert werden. Die Statuen symbolisierten die Städte Wien, Brünn, Prag und Krakau, die zentrale Knotenpunkte der Kaiser Ferdinand-Nordbahn waren. 

Die ÖBB will aber nicht nur für ansprechende Gestaltung sorgen, auch gastronomische Infrastruktur in Form einer kleinen Bistro-Küche und entsprechende Lager- und Mitarbeiter*innenräume im Souterrain sind geplant. Interessierte Gastronom*innen können auch schon mit konkreten Kosten kalkulieren, für die Pacht sind 5.000 Euro pro Monat angedacht, die Betriebskosten sollen sich auf 380 Euro belaufen. Es darf getüftelt werden, das ÖBB Immobilienmanagement (Ingeborg Immerlfreut sich über Ideen und Konzepte.

von Bernhard Degen

Auf dem Laufenden bleiben

Melden Sie sich kostenlos für unseren wöchentlichen Newsletter an.