Obauer

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Standort

Markt 5450 Werfen Salzburg

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© Mirco Taliercio
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Testbericht

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Es gibt Zustände im Leben von Restaurantbesuchern, die nur in bestimmten Restaurants auftreten. Wenn man sich selbst immer wieder bei spontanen Mhm-Ausrufen ertappt und sich auch ein mittellaut vorgetragenes Wow nicht verkneifen kann, dann sitzt man mit einiger Wahrscheinlichkeit gerade im Restaurant der Brüder Obauer. Dass dieser Zustand ein sehr angenehmer ist, versteht sich hoffentlich von selbst. Wie es die Werfener Küchengiganten auch im fünften Jahrzehnt ihrer Tätigkeit noch schaffen, aus kulinarischen Kompositionen Funken zu schlagen, das lässt sich nicht anders quittieren als mit „Mhm!“- und „Wow!“-Rufe, ja, selbst ein Halleluja wäre an dieser Stelle nicht ganz ketzerisch. Im Abendgeschäft bieten Karl und Rudi Obauer derzeit ein klassisches Vier-Gänge-Menü und eine etwas opulenter angelegte Sechs- bis Sieben-Gänge-Version. Eine Auswahl klassischer Obauer-Gerichte ist auch à la carte erhältlich, die Weinkarte liest sich gediegen, aber in einem guten Sinn, also mit bewährtem Genusspotenzial – man macht aber auch keinen Fehler, wenn man sich ganz den Empfehlungen von Sommelière Magdalena Gleiss überlässt. Schon der erste Teller gibt Richtung und Tempo vor: Es geht den Obauers stets um eine gründlich durchwirkte französische Klassik mit den Mitteln der Pongauer Produktvielfalt sowie – gewissermaßen als Raketentreibstoff – um ein betont grenzenloses Aromen- und Gewürzspektrum. Und schon heben wir ab: Zur Gänseleber kommen aromatisch schillernde Würfel vom eingelegten Gewürzkürbis, Scheiben vom gebeizten Hirschrücken sowie Kräutersalsa, Grapefruitmarmelade und eingelegte Trompetenpfifferlinge. Die Werfener Himmelfahrt hat freilich immer eine feste Basis, gebildet von zeitlosen Gerichten wie der Räucherforellen-Palatschinke (quasi eine Softcore-Variation vom ewigen Obauer-Klassiker, dem Forellenstrudel) mit gedünstetem Saibling – man braucht halt keinen Modeschmuck, wenn man solche kapitalen Perlen aneinander knüpfen kann. Im Hauptgang dann Werfener Lamm in drei Varianten (Filet, Geschmortes und Faschiertes), die zusammen einen Akkord setzen, der lange nachhallt – und als Generalbass dient die geniale Obauer-Spinatlasagne. Man wird im Restaurant Obauer in die weite Welt hinausgeschickt und verliert doch nie die Orientierung, weil die Küche hier einen Kompass bei der Hand hat und einen Plan, dem man gern folgt. Auch die Desserts kennen keine Umwege: der Felchlin-Schokoladenkeks auf Pomelo-Ragout verbindet Schmelz und Knackigkeit auf eine Art, zu der man nicht viel mehr sagen kann als: Wow! Mhm!
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